Februar Meeting

Bernhard Volken, Jurist in Marken- und Sportrecht, ist anfangs Februar Gast beim Panthlonclub Oberwallis. Er gibt einen interessanten Einblick in die Welt des Sportrechts.

Bernhard Volken ist seit vielen Jahren spezialisiert auf den Markenschutz und das Sportrecht im Spitzensport. Er doziert in der Schweiz und in Shanghai, der berühmten Tongji-Universität.

Sein Motto lautet «Ohne Markenschutz kein Spitzensport». Der Spitzensport generiert im Jahr 2025 über 500 Milliarden USD. Wo so viel Geld im Spiel ist, braucht es laut Volken zwingend Schutz. Fussballklubs wie Juventus Turin mit 400 Millionen Euro Umsatz für Merchandising und Paris St. Germain mit einem Jahresumsatz von 500 Millionen Euro für Merchandising lassen sich ihren Namen schützen.

Trotzdem sind grosse Anlässe und Klubs nicht vor «Ambush-Marketing» gefeit. Ein geschicktes Marketing im Hintergrund lassen Nichtsponsoren in den Vordergrund treten. So an der Fussball WM 1994, mit Adidas als offizieller FIFA-Ausrüster. Nike verteilt sämtlichen Zuschauern Kappen mit dem Nike-Logo und erreicht so eine imm §ense Medienpräsenz. Oder wie an den Olympischen Spielen1996 in Atalanta, wo Sprinter Linford Christie Kontaktlinsen mit dem Puma-Logo medienpräsent zeigte, obwohl Reebok offizieller Olympiasponsor gewesen ist.

Coco Cola investiert in den nächsten 6 Jahren 3 Milliarden Euro in Olympische Spiele und die FIFA-Weltmeisterschaft, um sich in eine privilegierte Position zu bringen. Geschützt auf das Markenrecht lässt Coca Cola seinen Namen schützen.

Bernhard Volken spricht von der «Seele» einer Marke, bei der die weichen Faktoren eine grosse Rolle spielen. Marken wie Nespresso, McDonald’s oder RedBull erwarten, dass ihre Marke ein Versprechen abgibt, Gefühle weckt und Erwartungen schürt, sowie eine Identität bei den Konsumenten schafft.

Eine makabre Sache ist die Markenpiraterie. Gefälschte Ersatzteile, wie beim Airbus Absturz 2002 in Queens mit vielen Toten, oder gefährliche Substanzen in geschützten Medikamenten mit fatalen Folgen, bringen die betroffenen Marken-Firmen in grosse Erklärungsnot.

Marken sind geschütztes Eigentum, welches in der Schweiz seit dem Jahr 1907 mit der Einführung des Patentrechts rechtlich abgesichert worden ist. Als Bürger oder Klub müssen wir wissen, dass die Rechte für Musik, Namen oder Bilder geschützt sind. So musste der Panathlonclub Oberwallis kürzlich eine Busse an Keystone-SDA-ATS AG für ein widerrechtlich gebrauchtes Bild auf seiner Homepage entrichten.

Auf die Frage, ob der Panathlonclub Oberwallis auch Marke sein kann, meinte Bernhard Volken: «Mit einem kleinen Mandat und überschaubaren Kosten verhelfe ich eurem Klub zur Lizenz, die euren Namen schützt». Der Profi Volken stellte sich den interessanten Fragen der Panathleten/-innen und machte den Abend mit seinem Referat zu einem Erlebnis.